Heute wird das Bild der Pfalz von einer Vielzahl (fast 40) unterschiedlich großer und kleiner Städte geprägt. Dies war nicht immer so. Noch im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts waren – sieht man von der alten Reichs- und Bischofsstadt Speyer ab – Städte im heute pfälzischen Raum unbekannt. Als Zentren der Macht fungierten damals Pfalzen, Burgen und Klöster. Dies änderte sich erstmals 1222 mit der Stadterhebung des Burgfleckens Annweiler zur Stadt durch Friedrich II. Doch erst mehr als 50 Jahre später kam es in der Region zwischen 1274 und 1276 mit acht Stadtgründungen – dabei Neustadt/W. – zu einer geradezu explosionsartigen Vermehrung. Diese Gründungswelle setzte sich im 14./15. Jahrhundert erfolgreich fort. Über deren Gründungsumstände schweigen die Quellen weitgehend. Unübersehbar lehnten sich manche dieser Städte an Burgen und mehr oder minder präurbane Vorsiedlungen an. Letztlich waren dies Standorte, die eine lange Vorlaufphase zur Stadtwerdung durchlaufen hatten, so dass die Stadterhebung nur der Endpunkt dieser Entwicklung war. Andere Stadterhebungen erfolgten als bewusste Gründung bestimmter Personenkreise sozusagen aus dem „Nichts“. Ziel des Vortrags ist es, nicht nur die durchaus unterschiedlichen rechtlichen, wirtschaftlichen und topographischen Voraussetzungen, sondern auch die Gründe für den Erfolg und Misserfolg dieser Stadtgründungen aufzuzeigen.
Ein Vortrag von Jürgen Keddigkeit.
